Familie Hasenpflug
Ferienhaus Schwalmblick in Allendorf

Wo früher Tiere gehalten wurden und später kaum noch jemand einen Grund hatte, die Tür zu öffnen, übernachten heute Gäste aus ganz Deutschland und Europa. Christian Hasenpflug hat in Schwalmstadt-Allendorf zusammen mit seiner Frau ein lange wenig genutztes Nebengebäude in das Ferienhaus Schwalmblick verwandelt – fast vollständig in Eigenleistung.

Bis etwa 1980 wurde das Gebäude landwirtschaftlich genutzt, später diente es als Partyraum für Familienfeiern. In den vergangenen Jahren stand es jedoch weitgehend leer. Christian Hasenpflug sah darin vor allem eine Chance: „Aus einem alten, ungenutzten Gebäude etwas Neues schaffen und das Erscheinungsbild aufhübschen.“

Auch die Lage überzeugte ihn. Das Gebäude steht am Ortsrand mit weitem Blick ins Grüne – ideale Voraussetzungen für ein Ferienhaus.

2024

Beginn des Umbaus

50 m²

Wohnfläche plus Sonnenterrasse

2026

Fertigstellung

Viel Wohnkomfort auf wenig Fläche

Die Ausgangssituation war schlicht: ein alter Partyraum mit drei Steckdosen und einem Lichtschalter. Daraus sollte auf rund 50 Quadratmetern eine vollständige Ferienwohnung mit Schlafzimmer, Küche, Essbereich, Wohnzimmer und Badezimmer entstehen.

Eine der größten Fragen lautete deshalb: „Wie kann man auf wenig Platz eine vollständige Wohnung einrichten und gleichzeitig den Wohnkomfort eines Ferienhauses gewährleisten?“

Alte Innenwände und die Zwischendecke wurden entfernt und neu aufgebaut. So entstand im Obergeschoss ein gemütlicher Wohnbereich und damit der Charakter einer kleinen Maisonettewohnung. Im ehemaligen Flur wurde ein neues Badezimmer geschaffen. Dafür musste Christian Hasenpflug unter anderem mehrere Meter einer rund 20 Zentimeter starken Betonschicht von Hand entfernen, um die neue Abwasserleitung zu verlegen.

Fast alles selbst gemacht

Mit handwerklichem Geschick und Erfahrungen in diesem Bereich brachte Christian Hasenpflug die Voraussetzungen mit, um den größten Teil des Umbaus selbst umzusetzen: Sanitärinstallation, Trockenbau, Zimmererarbeiten, Maler- und Putzarbeiten, Fliesen und Bodenbeläge, Wendeltreppe, Terrasse, Pflasterarbeiten sowie die Sanierung von Fachwerk und Holzfassade.

Unterstützung bekam er vor allem von seinem Vater, dessen Partner und einem befreundeten Zimmerermeister.

Der Umbau lief neben dem normalen Berufsalltag und dauerte von Mai 2024 bis März 2026. Aufgeben kam für Christian Hasenpflug nicht infrage: „Wir haben das Projekt angefangen, also wird es auch beendet. Einfach dranbleiben und durchziehen. Mit jedem Fortschritt kommt man dem Ziel näher.“

Fachwerk trifft moderne Gestaltung

Beim Umbau sollte die Geschichte des Hauses sichtbar bleiben. Alte Fachwerkbalken wurden aufgearbeitet und mit modernen, geradlinigen Wänden und Decken kombiniert. Auch gebrauchte Türen, Möbel und vorhandene Holzbalken erhielten ein zweites Leben.

Besonders stolz ist Christian Hasenpflug auf die selbst gestaltete Felswand im Badezimmer. Überhaupt steckt in vielen Details seine persönliche Handschrift: „Jedes Detail ist mit den eigenen Händen erschaffen worden.“

Neue Gäste bringen Leben ins Dorf

Seit der Fertigstellung wird das Gebäude als Ferienhaus genutzt – mit sehr positiver Resonanz. Zu Gast waren bereits Reisende aus Deutschland, den Niederlanden, Belgien, Dänemark, Polen, Österreich, der Schweiz, Italien und Spanien.

Auch der Ort profitiert davon. Manche Feriengäste besuchen beispielsweise den örtlichen Gasthof, und auch Menschen aus Allendorf nutzen das Ferienhaus als Übernachtungsmöglichkeit für Freunde oder Verwandte. Für Christian Hasenpflug ist das ein schöner Nebeneffekt: Mit der neuen Nutzung möchte er auch „etwas mehr Leben ins Dorf bringen“.

Für seine Familie ist das Ferienhaus zugleich ein zusätzliches finanzielles Standbein. Noch wichtiger ist aber der Stolz auf das Geschaffene: „Es ist einfach etwas ganz Besonderes, ein eigenes Ferienhaus zu besitzen und zu betreiben.“

„Einfach machen und dranbleiben“

Rückblickend würde Christian Hasenpflug vor allem eines anders machen: früher und ausführlicher planen und sich bereits vor Baubeginn über mögliche Förderprogramme informieren. Das Ferienhaus wurde vollständig aus eigenen Mitteln finanziert.

Sein wichtigster Rat an andere bleibt dennoch das Durchhalten. Gerade bei alten Gebäuden müsse man damit rechnen, dass mehr Arbeit auftaucht als gedacht und immer wieder Unvorhergesehenes passiert.

Und auch das Ferienhaus Schwalmblick entwickelt sich weiter. Geplant sind ein Hauswirtschaftsraum und ein sicherer Fahrradabstellplatz im Keller – passend zur Lage an einer Radroute.

Christian Hasenpflugs Botschaft an andere Eigentümerinnen und Eigentümer ist deshalb ebenso einfach wie passend für eine Machergeschichte: „Niemals den Kopf in den Sand stecken. An der Idee festhalten und den Mut haben, sie auch umzusetzen. Einfach dranbleiben, nach Lösungen suchen und das Ziel weiterverfolgen.“